5 Punkte von Lars Tuncay:
Okay, ich weiß, was ihr denkt: wer würde sich freiwillig einen dreieinhalbstündigen Schwarz/Weiß-Film mit kaum Msuik und nur wenigen Dialogen ansehen? Wenn man sich aber einmal damit abgefunden hat, den (Heim-)Kinosessel die nächsten 220 Minuten nicht mehr zu verlassen, vergeht die Zeit wie im Fluge. Die facettenreiche Geschichte braucht ihr langsames Tempo. Nur so entfalten sich die Charaktere nach der traumatisierenden Anfangssequenz allmählich und die Schauspieler haben Raum, ihre volle Brillanz zu zeigen. Ein wirklich komplexes, nahegehendes Drama, dass nicht nur in der ersten halben Stunde an Atom Egoyans "Das süße Jenseits" erinnert – und dessen Klasse locker erreicht.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb