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A hole in my heart
Ett Hål i mitt hjärta

Dänemark, Schweden 2004

DVD 98min

Standort

Alpha60 Drama - Sozialdrama

Sprachen
Deutsch, Schwedisch   
Untertitel
Deutsch   
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Regie
Lukas Moodysson
Drehbuch
Lukas Moodysson
Kamera
Lukas Moodysson, Jesper Kurlandsky, Malin Fornander, Karl Strandlind
Produzent
Peter Aalbæk Jensen, Lars Jönsson, Tomas Eskilsson, Gunnar Carlsson, Anna Knochenhauer
Schauspiel
Björn Almroth, Sanna Bråding, Thorsten Flinck, Goran Marjanovic
Empfohlen von
Eraserhead, sparky, Mitarbeiter
Genre
Drama
Stichworte
Milieudrama

Kommentare

2 Punkte von the von Stücks:
Eine Operation am offenen Herzen: es zuckt und stampft, dunkel und grell. Alle haben keinen Zugang mehr zur Welt, innen und außen: Tess, Rickard und geko leben in einer Wohn-Fick-Tröstgemeinschaft miteinander-gegeneinander-aneinander vorbei, brauchen sich quälen und bekotzen sich gegenseitig. Ekel und Erstaunen. Keiner ist was geworden, draußen, Kommunikation haben sie scheinbar verlernt, müssen Barbiepuppen als ihre Stellvertreter herhalten. Es ist schwierig, Einblicke in die Menschen zu kriegen, es ist, als säße man in einer weichen Blase und sähe alles verzerrt an sich vorbeischillern, nach dem Platzen beginnt erst der Schock und die Reflexion, weil alles unmittelbar herangerückt ist an einen. Erik, Rickards Sohn hat sich in einer Art doppelter Abschottung zurückgezogen, fort vom Licht, fort von der welt schlechthin, hinab in die Tiefe, in die Stille und Unberührbarkeit. Neben all den abstoßend lauten Bildern, die man schlichtweg ertragen muss, offenbart sich die banale Wahrheit einer furchtbaren Weltverneinung und Verzweiflung über die Einsamkeit eines jeden. Es drängt sich die Frage auf, wie hässlich und armselig das Leben im Draußen sein muss, wenn die Protagonisten es vorziehen, lieber in der Hölle ihrer Wohnung dahinzuexistieren- einem artifiziellen Raum, bis in die letzte Ritze ausgeleuchtet oder verfinstert- aus beiden Perspektiven aber springt sie die Angst an, die sie eigentlich abschütteln wollen. Sie bleiben Würmer. Schade ist, dass die Begeisterung für den Film erst beginnt, wenn der Hardcore-Schock als verdauter Klumpen wieder ausgeschissen werden kann.

5 Punkte von the von Stücks:
Zweiter Versuch über den Film, ein Jahr später: alle Figuren haben eine Sehnsucht nach dem Mutterleib, dem Uterus, die dunkle Liebe im Blut. Tess und Eric steigen in einer der letzten Szenen in die Trommel einer Waschmaschine- hinein in eine schützende Hülle, weg von der frostigen Welt, die feindlich ist und kahl. Und es geht definitiv nicht um Sex. Es ist das Verlangen, berührt zu werden- im doppelten Sinn- Sehnsucht nach einem anderen Körper, der uns anfasst, uns nahe ist; und die Berührung der eigenen Existenz, des Selbst, eine Zweiheit, ein Dialog. Die dramatische Steigerung, die Tess vornimmt- "Umarmt mich; fickt mich; tötet mich", ist die Trias des Berührtwerdens, zu der aber keiner fähig ist in seiner Verletzung- Umarmen heisst Ergreifen, nicht nur physisch, sondern- mein Leben, mein Dasein umgreift das Deine und teilt es mit dir. Ficken heisst den Körper wahrnehmen, bedeutet begehren, meint benutzen. Töten heisst Erbarmen, Erlösen. Die drastischen Sequenzen mit dem Vaginamodell ("Dort bin ich keine Jungfrau mehr, dort bin ich nicht mehr unschuldig..") zeigen zugleich die gesamte Anatomie der Dreierbeziehung: das Außen und das Innen sind beschmutzt und keiner ist imstande, sich zu artikulieren. "Unschuldig" ist man nur dort, wo Berührung sinnlos erscheint. Dieser Film ist unglaublich polysem und es gibt keine Schlusslesart, die ihm gerecht werden könnte. In die Tiefe geht er und in der Tiefe braucht man viel Licht, um sehen zu können.

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb