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Jean-Marie Maurice Schérer (Eric Rohmer)

04.04.1920 - 11.01.2010

Info

Eric Rohmer wurde am 21. März wahrscheinlich in Paris geboren und hieß eigentlich Maurice Henri Joseph Schérer.
Er benannte sich nachdem österreichischen Stummfilstar Erich von Stroheim und dem Autoren der Dr. Fu Manchu Romane, Sax Rohmer. Mit dem Namen Rohmer unterschrieb er 1950 erstmals einen Artikel in der Zeitschrift „La Gazette du Cinéma“. Nach dem Studium der klassischen Literatur arbeitete Rohmer von 1944 bis 1952 als Lehrer in Paris. 1946 publizierte er seinen einzigen Roman Elisabeth unter dem Pseudonym Gilbert Cordier. Über seine Artikel in der bekannten Filmzeitung „Cahiers du cinéma“ wurde er mit André Bazin und Claude Chabrol bekannt und schrieb mit letzterem das erste Filmbuch über Alfred Hitchcock überhaupt. Rohmer gehörte zusammen mit François Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und Jacques Rivette zu den Gründungsvätern der Nouvelle Vague, der "Neuen Welle", die sich in den Sechzigern zuerst mit Artikeln über Filme gegen die Konventionen des erstarrten französischen Films auflehnten und später dann auch mit eigenen filmischen Arbeiten auf Autorenwerke setzten. Rohmers Debut „Im Zeichen des Löwen“ wurde im Jahr 1959 fertig gestellt fand jedoch, im Gegensatz zu Truffauts und Godards Erstlingswerken, 3 Jahre keinen Verleih. Deshalb gründete er 1962 zusammen mit Barbet Schroeder die Produktionsfirma Les Films du Losange. Seinen ersten Filmzyklus „Moralische Erzählungen“ schloss er 1972 ab. Darunter befinden sich einige der besten Filme der späten Nouvelle Vague, wie „Die Sammlerin“, „Meine Nacht bei Maud“ und „Claires Knie“ (die anderen Filme sind „Die Bäckerin von Monceau" (Kurzfilm), Die „Karriere von Suzanne" und „Die Liebe am Nachmittag"). Seinen zweiten wichtigen Zyklus eröffnete er 1981 mit dem Film „Die Frau des Fliegers oder Man kann nicht an nichts denken“. Dieser umfasst 6 Filme (die anderen Filme sind, „Die schöne Hochzeit", „Pauline am Strand", „Vollmondnächte", „Das grüne Leuchten" und „Der Freund meiner Freundin") und wurde von Rohmer „Komödien und Sprichwörter“ getauft. Anfang der 90er folgte der dritte und letzte Zyklus „Erzählungen der vier Jahreszeiten“.




Insgesamt drehte Rohmer in fünf Jahrzehnten 24 Spielfilme, darunter vor allem Ende der 70er Jahre viele Literaturverfilmungen. Seine Filme handelten oft von den Irrwegen der Liebe, die er mittels dialogischer Gefechte thematisierte. In einer berühmten Szene in Arthur Penns Film „Die heisse Spur“ lehnt der Privatdetektiv Harry Mosebee, gespielt von Gene Hackmann, einen Kinobesuch mit folgenden Worten ab: "Ich war schon mal in einem Rohmer-Film. Es war so als würde man Farbe beim Trockenen zuschauen“. Ein berühmtes Missverständnis, dass Penn hier augenzwinkernd aufgreift: Weder sind Rohmer-Filme träge Bildkompositionen noch sind sie „geschwätziges französisches Kunstkino“. Präsident Nicolas Sarkozy sagte dazu an Rohmers Todestag: „Er hat den Rohmer-Stil geschaffen, der ihn überleben wird.“ Er war sicher nicht der radikalste Vertreter der Nouvelle Vague aber er war am Ende der letzte filmende Regisseur unter Ihnen, der immer noch gute Filme machte. Wenige haben das verstanden. Preise, Auszeichnungen und Besuchermassen machten seit jeher große Bögen um ihn und seine Filme.



Rohmer wäre im April 2010, 90 Jahre alt geworden - oder im März. Denn der Regisseur nahm es weder mit seinem Namen, seinem Geburtsort und seinem Geburtsdatum sehr genau.



Awards

Regie

Drehbuch

Schauspiel

Auftritt

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