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Claude Chabrol

24.06.1930 - 12.09.2010

Info

Claude Henri Jean Chabrol wurde am 24.6. 1930 in Paris geboren. Er studierte nach dem zweiten Weltkrieg Literaturwissenschaften und machte sein Staatsexamen, studierte danach noch kurze Zeit Jura und Pharmazie. Über die Bekanntschaft mit André Bazin und Éric Rohmer kam er zum Schreiben. Zusammen mit Rohmer schrieb er die erste Hitchcock Monografie überhaupt. Der englische Suspense-Meister war auch später der Dreh- und Angelpunkt in Chabrols kreativem Schaffen.


1950 wurde Chabrol Filmkritiker bei den berühmten Cahiers du Cinéma. 1958, ein Jahr vor François Truffauts und Jean-Luc Godards Erstlingsfilmen, brachte Chabrol sein Debüt „Die Enttäuschten“ ins Kino. Es folgte der Erfolgsfilm „Schrei, wenn du kannst“ (Les Cousins, 1959) der einiges Geld einspielte und in Verbindung mit einer größeren Erbschaft Chabrols Unabhängigkeit im Filmgeschäft garantierte. Chabrol verlies kurz darauf den Weg der Neuen-Welle, den er so früh und maßgebend mit geprägt hatte und überlies Truffaut, Jacques Rivette und Godard die Vorherrschaft über die Nouvelle Vague.
Spätestens mit „Der Frauenmörder von Paris“ war Schluss mit dem frühen Nouvelle-Vague-Chabrol-Stil und kleine Genrebeiträge füllten seine Filmografie. Eine seltsam unbefriedigende Phase begann die allerdings in Großes mündete. Zwischen 1969 und 1971 drehte er 5 Meisterwerke am Stück. Zum Anfang „Die untreue Frau“ ging es über die Hauptwerke „Das Biest muß sterben“, „Der Riss“ und „Der Schlachter“ hin zum fulminanten Finale mit „Vor Einbruch der Nacht“. Chabrol war bei sich angekommen.
Mord und Intrigen in der französischen Bourgeoisie sowie Abgründiges und Doppelbödiges hinter glatten Fassaden, oft auf eine ironische und distanzierte Weise dargestellt, machten deutlich, dass Chabrol seinem Vorbild Alfred Hitchcock näher war als seinen Freunden Godard, Rivette und Rohmer. Auf sein Hauptwerk folgten Mitte der 70er und 80er Jahre wieder vermehrt ungenaue Filme von denen man „Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen“ (1975) den politische Ausflug „Nada“ und das späte Meisterwerk „Die Fantome des Hutmachers“ (1982) lobend erwähnen muss. Chabrols Spätwerk mündete nahtlos in eine weitere Spätwerksphase in der Chabrol ganz unspektakulär das erzählte, was alle von ihm erwarteten. In „Süsses Gift“ (2000) oder auch seinem letzten Kinofilm "Kommissar Bellamy" (2009) hatte Chabrol Filmemachen zur Familienaufgabe erklärt. Schauspieler und Stab bestanden nun fast ausschließlich aus alten Weggefährten oder Familienangehörigen.


Manchmal entstand aus der Ruhe ein beachtlicher Film wie „Das Leben ist ein Spiel“ oder „Biester“. Einem breiten Publikum ist Chabrol
hauptsächlich wegen seinen Anfang der Neunziger entstandenen Skandalfilmchen „Madame Bovary“ und „Stille Tage in Clichy“ ein Begriff. Chabrol war einer der letzten, stetig arbeitenden, intellektuellen und moralischen Filmemacher den Frankreich zu bieten hatte. Er war bekennender Kommunist, als Gourmet, passionierter Pfeifenrauchen und absoluter Workaholic (Über 70 Regiearbeiten stehen zu Buche) bekannt. In zweiter Ehe war er von 1964 bis 1980 mit der Schauspielerin Stéphane Audran verheiratet, die so viele seiner Filme durch ihre unglaubliche schauspielerische Präsenz maßgeblich beeinflusst hat. Der mehrfach für sein Lebenswerk ausgezeichnete Pariser Filmemacher von der Rive Droite starb am 12. September 2010 in seiner geliebten Heimatstadt.

Regie

Drehbuch

Schauspiel

Produzent

Auftritt

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb