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Claude Sautet

23.02.1924 - 22.07.2000

Info

Claude Sautet war einer der bedeutendsten Chronisten der französischen Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Zunächst begann Sautet mit dem Studium der Malerei und Bildhauerei, dann wechselte er zur Pariser Filmhochschule. Er begann seine Karriere als Filmassistent, später als Fernsehproduzent und Drehbuchautor. Sautet wird gemeinhin nicht zur Szene der Nouvelle-Vague gerechnet und ist wohl einer der wenigen echten unterschätzten Regisseure des französischen Kinos. Da er erst sehr spät, in den 70ern und ohne freundschaftlichen Bindungen zu den einflussreichen Hauptakteuren der Nouvelle Vague (Godard, Rohmer oder auch Rivette), quasi als Einzelgänger Filme machte, wird er auch heute noch gerne mal vergessen, wenn man über die großen Regisseure aus Frankreich spricht. Mit „Die Dinge des Lebens“ aus dem Jahr 1970 fand Sautet das erste Mal sein Thema und seinen Stil, mit der exakt beobachteten Studie einer durch einen Autounfall ausgelösten Mid-Life Crisis. Wie in vielen seiner folgenden Filme waren die Hauptdarsteller Romy Schneider und Michel Piccoli. Romy Schneider spielte insgesamt in 5 Filmen Sautets mit. Eine Reihe von Filmen, die ohne personelles Zentrum eine Riege von Schauspielern präsentierten, darunter oft Berühmtheiten in zweiter Reihe, erreichten damals, zumindest in Frankreich, großes Aufsehen. „César und Rosalie“, „Vincent, François, Paul und die anderen“ sowie als krönender Abschluss das Meisterwerk „Mado“. Die Auswirkungen der ersten schweren Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit im Frankreich der Ära Giscard d'Estaings bilden die Grundstimmung dieses Films und Sautet versucht, wie bei fast allen seinen Filmen, mit Beschreibungen vom gesellschaftlichen Status, dem sozialen Milieu, Arbeitsprozessen, sowie der genauen Beschreibung von wirtschaftlichen Zusammenhängen hin zu exakten produktionstechnischen Strukturen die Gesellschaft ähnlich wie Karl Marx als Ganzes zu beschreiben. „Mado“ ist nach Meinung des deutschen Regisseurs Dominik Graf die allerbeste Arbeit Sautets, der für ihn „wie einer der letzten großen lebensklugen Erfolgsregisseure des französischen Kinos“ wirkt. Seine letzten Filme „Ein Herz im Winter“ von 1993 und „Nelly & Monsieur Arnaud“ von 1995 wurden mit verschiedenen Auszeichnungen bedacht. Auslöser der Filmhandlung stellt meist eine Krise dar, durch die Sautet die Verletzlichkeit und damit Menschlichkeit seiner Figuren bloßlegt. Sautet starb im Jahr 2000 im Alter von 76 in Paris an Krebs. Seine letzte Ruhestätte wurde der Cimetière du Montparnasse.

Awards

Drehbuch

Regie

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb